musikansich.de – Rezi „Auszeit“:

Auszeit - einen besseren Titel hätte Thomas Glönkler für sein Album nicht wählen können. Die entspannten Gitarren-, Klavier- und Flötentöne, die eine Stunde lang am Ohr entlang streicheln, liefern tatsächlich so etwas wie eine Auszeit vom Alltagsstress. Glönklers Anweisung “Laut hören bei Wein und Kerzenschein!“ kann ich daher nur im Blick auf die letzten beiden Glieder nachvollziehen. Auszeit ist keine Musik, die man laut hören muss.

Stilistisch fassen lässt Glönkler sich kaum. Auszeit ist entspannende Musik. Aber mit Chill out oder gar Ambient hat sie nichts zu tun; auch wenn es gelegentlich einmal (“Bekiffte Schnecken“) leichte Esoterik-Anhauchungen gibt. Folk ist es sicher auch nicht, auch wenn die häufig dominierende Mischung von Flöten und Gitarren natürlich daran denken lässt. Prog fällt trotz des QuiXote-Labels ebenfalls aus. Rock ist es ebenfalls nicht, auch wenn gegen Ende E-Gitarren etwas kräftiger ansetzen.

Immer wieder erwähnt Glönkler im Booklet seinen Sohn Elias und Erlebnisse mit ihm, die ihn zu einzelnen Stücken inspiriert haben, und ja – irgendwie trifft auch der Begriff Kindermusik auf Auszeit zu. Das Freundliche, Zärtliche, Behutsame der Klänge erlaubt diese Bezeichnung. Kindlich ist die Scheibe aber gewiss nicht. Kindermusik auch für Erwachsene, oder erwachsene Musik für Kinder müsste es dann sein. Und da passt dann auch Glönklers Version von “Schlaf, Kindlein, schlaf“ hinein (“Kinderlein“).

Eine Enttäuschung hat Thomas Glönkler mir dann doch bereitet. Nach einem ersten Blick auf die CD war ich doch mächtig gespannt auf die Texte von “Bekiffte Schnecken“ und “Mobil steril (oder die psychohygienische Funktion der Unerreichbarkeit)“. Fehlanzeige! Glönkler kann sich solche Titel gefahrlos leisten. Seine entspannenden Klänge werden instrumental geliefert.

Norbert von Fransecky


Quelle:
www.musikansich.de



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